12.03.2017  | 
CVJM Oderbruch allgemein

Luther kehrte nach Neutrebbin zurück – Musical „Martin Luther“

„Wir wollen Ihnen die Botschaft von Martin Luther entgegen bringen“, so startete Robert Parr – geistlicher Leiter des CVJM sowie Kreisjugendpfarrer – die Begrüßung zur dritten und letzten Aufführung des Kinder- und Jugendmusical „Martin Luther“ am Sonntagvormittag am 12.03.2017 in der Kirche von Neutrebbin.

Über 28 Kinder und Jugendliche sowie circa 20 ehrenamtliche sowie hauptamtliche Mitarbeiter ermöglichten die dritte Aufführung des Musicals. Im Oktober letzten Jahres hatten sie eine ganze Woche Zeit Tänze, Songs, die Theatertexte und Bandproben zu lernen und in der Seelower und Freienwalder Kirche den Eltern und Besuchern vorzuzeigen. Nun wiederholte sich das Musical. In nur 3 Tagen frischten und festigten alle Kinder und Jugendliche ihre Auftritte. Die Neutrebbiner Kirche war voll. Und so begann die Geschichte:

Martin Luther, der mit seiner Frau Katharina sowie seinen Kindern und den Studenten am Tisch saß, erzählte die Geschichte seiner Vergangenheit. In jungen Jahren lief er durch den stürmischen Wald und vor ihn schlug in den begrünten Bäumen ein Blitz ein, sodass er zum Herrn betete, wenn er ihn helfe, geht er in ein Kloster. Im Kloster selbst, entgegnete der Abt, er müsse mit seinem Vater im reinen sein, der Martin zum Jura-Studium gehen lassen wollte. Doch Luther ging ins Kloster und stellte durch die Unreinheit des Papstes, der Ablassbriefe für den Bau des Petersdoms durch Tetzel verkaufte, großen Unmut im Glauben auf. So schlug Martin seine 95 Thesen an das Wittenberger Kirchentor. Er sollte binnen 60 Tagen seine Thesen und all seine Schriften widerrufen, ansonsten wäre er Vogelfrei ausgerufen worden, sodass ihn jeder ohne Schutz der Kirche ermorden dürfte. Doch Luther in tiefster Demut widerrief seine Thesen nicht. Bei einem Sparziergang im Wald wurde Luther von 2 Räubern festgenommen, die sich als Soldaten des Kurfürsten Friedrich III von Brandenburg herausstellte und ihn freies Geleit zur Wartburg ermöglichte. Dort nahm er einen anderen Namen und übersetzte mit dunkelsten und vom Teufel ergriffenen Nächten die Bibel aus dem Hebräischen, aus dem Griechischen und aus Latein ins Deutsche. Dort lernte er auch seine Frau Katharina kennen. In Zeiten der Pest verlor er seine ersten zwei Kinder und widmete ihnen das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, welches zu Weihnachten oft gesungen wird.

Doch wie ging es weiter?

Trotz des 30-jährigen Bauerkrieges und des Papstes war die Reformation nicht zu stoppen. Die katholische Kirche mit dem Papst verlor ihre grenzenlose Macht. Die deutschen Grafen, Fürsten und Könige wollten ihnen nicht mehr angehören. Trotz des päpstlichen Verbotes die ins Deutsche übersetzte Bibel nicht lesen zu dürfen, verstanden nun auch einfache Bauern und Bürger Gottes Wort. Gott will uns nicht ausnehmen, unser Leid durch Ablassbriefe lindern. Er liebt uns wie wir sind und vergibt uns unsere Sünden. Denn er hat seinen einzigen Sohn für uns Menschen geopfert.

500 Jahre später applaudierten die Gäste der Neutrebbiner Kirche den Kindern und Jugendlichen für ihr Meisterwerk. 500 Jahre später ist die Reformation durch Martin Luther nicht in Vergessenheit geraten. Robert Parr bedankte sich an die Leitung des Musicals bei Stefanie Thierer und Christian Hartmann, bei der Kirchengemeinde Neutrebbin, vertreten durch Pfarrer Arno Leye, für die Technik aus dem Kulturhaus Seelow, dem Johanniter Gymnasium Wriezen, dem Kirchenkreis Oderland-Spree sowie für die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter, ohne die es kein Musical gäbe.

Pfarrer Arno Leye fügte noch in seinen Grußworten hinzu „In den Predigten eines Pfarrers in der Kirche würde niemand „Zugabe“ rufen. Umso schöner ist es, dass die Kirche voll ist und es hier Zugaben gäbe. Wundervolle Talente sind hier vertreten.“ Pfarrer Leyer hätte auch noch nie jemanden gesehen, der als Hausmädchen so schwungvoll die Räume fegt und könnte sich nicht mehr vorstellen – bei den überzeugenden und ernsten Augen – den Worten des Kardinals zu widersprechen.

Herzlichen Dank an alle Unterstützer des Musicals „Martin Luther“. Danke für Ihre Spenden. Danke für Ihre Zeit. Danke für Ihr Engagement.

CVJM Oderbruch e.V.
„Das Leben gemeinsam meistern.“

Aktualisiert durch: Marcel Schröder