Geschichte des CVJM Oderbruch e.V.

Seit 1990 treffen sich junge Leute im CVJM und bieten Kindern und Jugendlichen Angebote mit christlichem Hintergrund. In Eigenregie, mit viel Engagement und durch die tatkräftige Unterstützung des damaligen CVJM-Sekretärs, Georg Rühle, bauten sie sich in Seelow ein Jugendzentrum, dessen feierliche Eröffnung 1999 auch Bischof Wolfgang Huber, Ministerpräsident Manfred Stolpe und Ulrich Parzany, der Leiter des CVJM Gesamtverbandes, besuchten.

Mit dem Aufbau der Mobilen Jugendarbeit sollte dieses Projekt wiederholt werden. Durch die Unterstützung des IWC-Distrikt 86 und des Johanniterordens konnte der Blaue Bus als rollendes Jugendzentrum realisiert werden. Der Blaue Bus war 2002 die Initialzündung für die Ausweitung der CVJM-Arbeit auf die Region. Ein Jugendhaus in Wriezen (2006) in Kooperation mit der Stadt, Schulsozialarbeit an vier Schulen, das Familienzentrum „Das Nest“ (2013) in Seelow und als verwandtes Projekt das Ev. Johanniter Gymnasium (2007) in Wriezen wurden auf diese Weise ermöglicht.

Die Region

Östlich von Berlin in den Weiten der Mark Brandenburg, an der Grenze zu Polen liegt das Oderbruch. Seelow (5.500 Einwohner) und Wriezen (7.500 Einwohner) sind im Umkreis von 25 km die größten Städte. Der Zweite Weltkrieg hinterließ hier besonders tiefe Wunden. Als letzte Bastion vor der Hauptstadt waren die Seelower Höhen Kampfplatz für mehr als eine Millionen Soldaten, hunderttausend fielen in der Schlacht. In den Nachkriegsjahren wurde dann der Sozialismus aufgebaut, während mehr als 500.000 Flüchtlinge und Vertriebene in Brandenburg auf der Suche nach einem neuen Zuhause waren, immerhin 23 % der Bevölkerung.

Abseits vom Berliner Einzugsgebiet hat der Strukturwandel heute die Region fest im Griff. Der Zusammenbruch planwirtschaftlicher Agrarindustrien, Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang haben ihre Spuren hinterlassen. Schulschließungen, die Abwanderung von Leistungsträgern und soziale Verwerfungen sind die Folgen. Der Sozialbericht des Landkreises von 2011 weißt in einzelnen Ämtern einen Anteil der Kinder in Bedarfsgemeinschaften („Hartz IV“) von über 30 % aus.

Gleichzeitig wurde mit Aufbau Ost-Mitteln in Straßen und Gewerbegebiete investiert. Konjunkturprogramme für Renovierungen und zur Ausgestaltung historischer Dorfkerne standen ebenfalls zur Verfügung. Doch hinter den Fassaden verheilen die Nachwirkungen der Brüche, die diese Region im 20. Jahrhundert erleben musste, nur sehr langsam.