24.03.2017  | 
CVJM-Jugendhaus Wriezen

Jugend macht Kirche lebendig

Wriezen (MOZ) Noch bis Sonnabend sind Jugendliche zum "Jesus House" ins Wriezener Jugendhaus eingeladen. Bei der Veranstaltungsreihe wird ein Jugendgottesdienst aus Schwäbisch Gmünd auf einer Leinwand übertragen, den Jugendliche in Deutschland, der Schweiz und Österreich live mit verfolgen.


Ein Pappzylinder auf dem Kopf, eine Perücke und ein falscher Schnurrbart über dem Mund. Heute wirst du gesehen. Allerdings mal anders. Wer sich am Mittwochabend im Wriezener Jugendhaus aufhielt, hatte ganz bestimmt eine andere Haarpracht auf dem Kopf oder ein Kleidungsstück an, welches er normalerweise nicht trägt. Denn an diesem Abend galt es, anders zu sein. Anders sein, um andere besser verstehen zu können.

"Das ist das Motto heute Abend. Am Dienstag hatten wir ein anderes Thema. Das hieß: Nah - du wirst besucht", erklärt Marcel Schröder vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM). Er ist an diesem Abend extra aus Berlin angereist, um "Jesus House" nicht zu verpassen.

"Jesus House" - das ist eine Veranstaltung der kirchlichen Vereinigung "Pro Christ", die sich an junge Leute zwischen 13 und 21 Jahren richtet. Sie findet in diesen Tagen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. "90 Orte beteiligen sich diesmal daran", erklärt Stefanie Thierer, Leiterin des mobilen Jugendzentrums "Blauer Bus" vom CVJM. Alle vier Jahre überlegt sich die kirchliche Vereinigung Projekte und Themen, wie sie Jugendlichen den christlichen Glauben näher bringen kann. Ein Versuch, die Beziehung zwischen jungen Leuten und Jesus lebendig werden zu lassen. Vor allem durch Musik und Geschichten, die zwischendurch gespielt und erzählt werden.

Und das alles so modern wie möglich. Etwa mit Jugendsprache. So vergleicht der junge Moderator auf der Leinwand die Geschichte vom jüdischen Zöllner Zachäus, der anders war als alle anderen, mit einer lebensnahen Situation von heute. "Stellt euch vor, ihr wollt auf eine Party gehen. Zu dem Mädchen, das ihr so richtig toll findet. Und ihr wisst nicht, was ihr anziehen sollt", sagt er. "Dann entscheidet ihr euch für ein rotes T-Shirt, eine Jeans und rote Turnschuhe. Alle finden das Outfit schrecklich. Nur das Mädchen sieht euch, sie findet den Styl stark."

Modern und jugendlich ist "Jesus House" auch durch den Einsatz neuer Medien, vor allem durch das World Wide Web. "Ich war ganz überrascht, als mich ein Freund aus meinem weit entfernten Heimatort anschrieb", sagt Friederike Hess, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst beim CVJM in Wriezen absolviert. "Er hatte über die Social Wall gesehen, dass sich Wriezen auch am Jesus House beteiligt", sagt die 18-Jährige. "Und er wusste, dass ich hier bin." Da entsteht schon ein besonderes Gefühl der Verbundenheit, findet auch Marcel Schröder. Immerhin werden die Menschen hinter den 90 Orten auf der so genannten Social Wall - eine Art Pinnwand mit vielen aktuell hochgeladenen Fotos und Nachrichten - tatsächlich sichtbar. Auch die Wriezener haben sich mit einem Gruppenfoto an der Pinnwand verewigt.

Wer beim "Jesus House" dabei sein möchte, kann noch bis inklusive Sonnabend ab 17.30 Uhr im Wriezener Jugendhaus, Hospitalstraße 38, vorbeischauen.

Artikel: KATRIN HARTMANN 24.03.2017 05:35 UHR
RED. BAD FREIENWALDE, FREIENWALDE-RED@MOZ.DE
Fotos: © MOZ/KATRIN HARTMANN
Link zum Originalartikel: http://www.moz.de/heimat/artikel-ansicht/dg/0/1/1561635/ 

Aktualisiert durch: Marcel Schröder