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Geschichte des CVJM Oderbuch

Der CVJM bietet seit 1990 Kindern und Jugendlichen mit Offener-Tür-Arbeit, Freizeiten, und alters- und geschlechterspezifischen Angeboten ein zweites Zuhause.

In Eigenregie, mit viel Engagement und durch die tatkräftige Unterstützung des damaligen CVJM-Sekretärs, Georg Rühle, bauten sich die damalig aktiven Jugendlichen in Seelow ein Jugendzentrum, dessen feierliche Eröffnung 1999 auch Bischof Wolfgang Huber, Ministerpräsident Manfred Stolpe und Ulrich Parzany, der Leiter des CVJM Gesamtverbandes, besuchten. So wurde aus dem ehemaligen Stadtgefängnis Seelows ein Jugendzentrum, was bis heute immer eine offene Tür und ein offenes Ohr für Kinder und Jugendliche bietet.

Der Hausumbau in Seelow

Mit dem Aufbau der Mobilen Jugendarbeit sollte dieses Projekt wiederholt werden. Durch die Unterstützung des IWC-Distrikt 86 und des Johanniterordens konnte der Blaue Bus als rollendes Jugendzentrum realisiert werden. So wurde aus einem alten Gelenkbus, der vor dem Umbau durch verschiedene Städte Deutschlands fuhr, ein mobiles Jugendzentrum. Mittlerweile wurde der erste Bus durch einen neuen Blauen Bus (2018) ersetzt, der nun technisch auf dem neuesten Stand ist und noch mehr Möglichkeiten bietet, die Kinder und Jugendlichen bedarfsgerecht zu unterstützen und Zeit miteinander zu verbringen.

 

Der Blaue Bus war 2002 die Initialzündung für die Ausweitung der CVJM-Arbeit auf die Region. In Kooperation mit der Stadt Wriezen entstand dort ein weiteres Jugendhaus (2006), welches bis heute besteht und durch die Nähe zur Salvador-Allende-Schule ein Anlaufpunkt für die Kinder und Jugendlichen in Wriezen ist.

 

Außerdem unterstützen wir vier Schulen durch Schulsozialarbeit in Worin, Wriezen, Seelow und Dolgelin. Das Familienzentrum „Das Nest“ eröffnete 2013 in Seelow und ist das jüngste Projekt unseres Vereins.

Die Region

Östlich von Berlin in den Weiten der Mark Brandenburg, an der Grenze zu Polen liegt das Oderbruch. Seelow (5.500 Einwohner) und Wriezen (7.200 Einwohner) sind im Umkreis von 25 Kilometer die größten Städte. Der Zweite Weltkrieg hinterließ hier besonders tiefe Wunden. Als letzte Bastion vor der Hauptstadt waren die Seelower Höhen Kampfplatz für mehr als eine Million Soldaten, hunderttausend fielen in der Schlacht. In den Nachkriegsjahren wurde dann der Sozialismus aufgebaut, während mehr als 500.000 Flüchtlinge und Vertriebene in Brandenburg auf der Suche nach einem neuen Zuhause waren, immerhin 23 Prozent der Bevölkerung.

Abseits vom Berliner Einzugsgebiet hat der Strukturwandel heute die Region fest im Griff. Der Zusammenbruch planwirtschaftlicher Agrarindustrien, Arbeitslosigkeit und Geburtenrückgang haben ihre Spuren hinterlassen. Schulschließungen, die Abwanderung von Leistungsträgern und soziale Verwerfungen sind die Folgen. Der Sozialbericht des Landkreises von 2011 weist in einzelnen Ämtern einen Anteil der Kinder in Bedarfsgemeinschaften („Hartz IV“) von über 30 Prozent aus.

 

Gleichzeitig wurde mit Aufbau Ost-Mitteln in Straßen und Gewerbegebiete investiert. Konjunkturprogramme für Renovierungen und zur Ausgestaltung historischer Dorfkerne standen ebenfalls zur Verfügung. Doch hinter den Fassaden verheilen die Nachwirkungen der Brüche, die diese Region im 20. Jahrhundert erleben musste, nur sehr langsam.